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Bodenrichtwert —Was ist das und wie ermittle ich ihn?

Der amtliche Bodenrichtwert ist die wichtigste Kennzahl für Ihr Grundstück. Wir erklären, wie er berechnet wird, was er bedeutet — und warum er allein nicht ausreicht.

Was ist ein Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert (BRW) ist ein amtlicher Durchschnittswert in €/m² für unbebauten Boden in einem abgegrenzten Gebiet (Bodenrichtwertzone). Er wird von unabhängigen Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlich gezahlter Kaufpreise (Kauffallsammlung) ermittelt.

Der BRW beschreibt ein fiktives, lagegleiches, unbebautes Grundstück mit Standardeigenschaften. Er ist kein Kaufpreis, sondern eine Orientierungsgröße — der tatsächliche Wert Ihres Grundstücks kann deutlich davon abweichen.

Rechtsgrundlage

§ 196 BauGB

Bundesgesetz

Ermittlung

Gutachterausschuss

Unabhängig, amtlich

Aktualisierung

1–2 Jahre

Je nach Bundesland

Wichtig: BRW ≠ Grundstückswert. Der BRW ist ein Zonendurchschnitt für ein Standardgrundstück. Ihr tatsächlicher Wert hängt von GRZ/GFZ, Lage innerhalb der Zone, Zuschnitt, Erschließung und aktueller Marktnachfrage ab. Auf baugrund.de ergänzen wir den BRW mit 47 weiteren Faktoren.

Wie wird der Bodenrichtwert ermittelt?

1

Kauffallsammlung

Alle notariell beurkundeten Grundstückskaufverträge werden beim Gutachterausschuss gesammelt. Das sind in großen Bundesländern zehntausende Transaktionen pro Jahr.

2

Normierung auf Standardgrundstück

Jeder Kauffall wird auf ein fiktives Standardgrundstück normiert (typische Größe, Bebaubarkeit, Erschließung). Ausreißer werden bereinigt.

3

Zonierung

Das Stadtgebiet wird in homogene Bodenrichtwertzonen aufgeteilt. Innerhalb einer Zone gelten ähnliche Lage- und Nutzungseigenschaften.

4

Durchschnitt & Veröffentlichung

Der Durchschnittswert je Zone wird als amtlicher BRW festgesetzt und in der Bodenrichtwertkarte veröffentlicht — mindestens alle zwei Jahre, oft jährlich.

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Was beeinflusst den Bodenrichtwert?

Diese Faktoren fließen in die Ermittlung — und erklären Abweichungen zwischen BRW und tatsächlichem Marktwert

Lage & Infrastruktur

hoch

Nähe zu ÖPNV, Schulen, Einkauf, Stadtmitte. Bestimmt den Lagebasiswert.

Planungsrecht (GRZ/GFZ)

hoch

Höhere GFZ = mehr bebaubare Fläche = höherer Wert. Wichtigster Multiplikator.

Erschließungszustand

mittel

Anschluss an Strom, Wasser, Kanal, Straße. Unerschlossenes Land ist günstiger.

Grundstücksgröße

mittel

Sehr große oder sehr kleine Grundstücke weichen vom Zonenrichtwert ab.

Zuschnitt & Topografie

mittel

Unregelmäßige Form, Hanglage oder Lärmbelastung mindern den Wert.

Marktfaktor (Angebot/Nachfrage)

mittel

Aktuelles Marktgeschehen kann BRW übersteigen (Boom) oder unterschreiten (Krise).

Altlasten & Kontamination

negativ

Bodenkontaminationen, Bergbau-Altlasten oder Kampfmittel senken den Wert erheblich.

Naturschutz / Überschwemmung

negativ

Schutzgebiete, Überschwemmungszonen, Biotope schränken Bebaubarkeit ein.

BORIS auf baugrund.de — so funktioniert es

Wir fragen amtliche BORIS-Daten direkt über offizielle WFS-Schnittstellen ab — keine veralteten Datenbanken

Bundesland / Region

Methode

Status

Brandenburg / Berlin

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● Live

Hamburg

WFS Live-Abfrage

● Live

Hessen

WFS Live-Abfrage

● Live

Mecklenburg-Vorpommern

WFS Live-Abfrage

● Live

Niedersachsen

WFS Live-Abfrage

● Live

NRW

WFS Live-Abfrage

● Live

Rheinland-Pfalz

WFS Live-Abfrage

● Live

Bayern

WMS Live-Abfrage

● Live

Sachsen / Thüringen / SH / SL / ST / HB

Regionalschätzung

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Bodenrichtwert vs. tatsächlicher Grundstückswert

Der BRW ist ein guter Ausgangspunkt — aber kein verlässlicher Kaufpreis. In Boom-Phasen liegt der Marktwert oft 20–50 % über dem BRW, in Krisenregionen darunter.

Beispielrechnung

Bodenrichtwert

250 €/m²

Zonendurchschnitt · amtlich

baugrund.de Analyse

+12 %

Marktfaktor (Gutachterausschuss-Berichte, WertR 2021)

Geschätzter Marktwert

280 €/m²

BRW × Lage × Bebauung × Markt

Unsere Formel: Grundstückswert = BRW × m² × Lagefaktor × Bebauungsfaktor × Marktfaktor

Häufige Fragen zum Bodenrichtwert

Was ist ein Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert in €/m² für ein bestimmtes Gebiet (Bodenrichtwertzone). Er wird von unabhängigen Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlicher Kaufpreise ermittelt und mindestens alle zwei Jahre aktualisiert. Er dient als Orientierungsgröße, nicht als verbindlicher Kaufpreis.

Was ist BORIS?

BORIS (Bodenrichtwert-Informationssystem) ist das offizielle Onlineportal der deutschen Gutachterausschüsse für amtliche Bodenrichtwerte. Auf baugrund.de übernehmen wir diese Daten quartalsweise für 9 Bundesländer direkt aus den amtlichen Diensten.

Wie wird der Bodenrichtwert ermittelt?

Unabhängige Gutachterausschüsse sammeln alle tatsächlich gezahlten Kaufpreise (Kauffallsammlung) und berechnen daraus den Durchschnittswert je Zone. Einflussfaktoren sind Lage, Infrastruktur, Planungsrecht (B-Plan, GRZ/GFZ) und Marktentwicklung.

Ist der Bodenrichtwert gleich dem Grundstückswert?

Nein. Der Bodenrichtwert ist ein Zonendurchschnitt — der tatsächliche Wert Ihres Grundstücks kann davon abweichen, je nach Lage innerhalb der Zone, Bebaubarkeit (GRZ/GFZ), Zuschnitt, Topografie, Erschließung und aktueller Marktnachfrage. Auf baugrund.de ergänzen wir den BRW mit 47 weiteren Faktoren.

Wo finde ich den Bodenrichtwert für mein Grundstück?

Kostenlos über BORIS-D (bundesweit) oder die jeweiligen Landesportale. Auf baugrund.de geben Sie einfach Ihre Adresse ein — wir liefern den Bodenrichtwert aus unserem quartalsweise aktualisierten BORIS-Datenbestand und kombinieren ihn mit Marktdaten und KI-Analyse.

Wie oft wird der Bodenrichtwert aktualisiert?

Mindestens alle zwei Jahre, in vielen Bundesländern jährlich. Bayern, NRW, Hamburg und Brandenburg aktualisieren jährlich. In manchen Regionen gibt es Zwischenupdates bei starken Marktveränderungen.

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